Richtig lüften im Winter - Wohnzimmer mit Blick auf Winterlandschaft

Richtig lüften im Winter
Gesundes Raumklima, weniger Heizkosten, kein Schimmel

Richtig lüften im Winter ist entscheidend für ein gesundes Raumklima. Während draußen kalte Temperaturen herrschen, wird innen geheizt – dabei entsteht schnell feuchte, verbrauchte Luft. Wer im Winter falsch lüftet oder heizt, riskiert nicht nur hohe Heizkosten, sondern auch Kondenswasser, Schimmelbildung und gesundheitliche Beschwerden.

In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie im Winter richtig lüften, welche Unterschiede es je nach Raum gibt, wie Lüften und Heizen optimal zusammenspielen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Warum richtig lüften im Winter so wichtig ist

Im Winter bleibt die Wohnung meist geschlossen, um Wärme zu halten. Gleichzeitig entsteht durch Atmen, Kochen, Duschen, Pflanzen oder Wäsche kontinuierlich Feuchtigkeit. Warme Luft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen – kühlt sie an Fenstern oder Außenwänden ab, schlägt sich diese als Kondenswasser nieder.

Bleibt die Feuchtigkeit im Raum:

  • steigt das Schimmelrisiko

  • verschlechtert sich die Luftqualität

  • können Bauschäden entstehen

  • erhöht sich der Energieverbrauch

Richtiges Lüften im Winter sorgt dafür, dass feuchte Luft abgeführt und durch trockene Außenluft ersetzt wird – ohne unnötigen Wärmeverlust.

Richtig lüften im Winter - Kondenswasser am Fenster

Richtig heizen – die Basis für korrektes Lüften

Lüften funktioniert im Winter nur richtig, wenn gleichzeitig gleichmäßig geheizt wird.

In Wohnräumen liegt die ideale Temperatur bei etwa 20 °C, häufig Thermostatstufe 3. Jede zusätzliche Temperaturerhöhung um nur ein Grad steigert die Heizkosten um rund 6 %. Räume sollten nicht vollständig auskühlen, da kalte Wandflächen Feuchtigkeit begünstigen.

Wichtige Heizregeln:

  • nachts und bei Abwesenheit nur absenken, nicht ausschalten

  • automatische Nachtabsenkung nutzen

  • Wände sollten sich warm anfühlen, nicht kalt abstrahlen

Richtig lüften im Winter - Thermostat wird eingestellt

Wie lüftet man im Winter richtig?

Richtig lüften im Winter - Stoßlüften - Fenster steht weit offen

Stoßlüften – die wichtigste Lüftmethode im Winter

Stoßlüften ist die effektivste Art, im Winter zu lüften.

So funktioniert Stoßlüften richtig:

  • Fenster vollständig öffnen

  • 3–5 Minuten, bei Bedarf bis zu 10 Minuten

  • idealerweise Durchzug

  • Heizung währenddessen herunterdrehen

  • Fenster danach wieder schließen

So wird feuchte Raumluft ausgetauscht, ohne dass Möbel und Wände auskühlen.

Richtig lüften im Winter - Fenster kippen

Fenster kippen im Winter – warum das problematisch ist

Dauerhaft gekippte Fenster führen zu:

  • geringem Luftaustausch

  • starkem Wärmeverlust

  • Auskühlung der Wandbereiche rund ums Fenster

Diese kalten Flächen sind ein idealer Nährboden für Schimmel. Deshalb gilt im Winter: kurz, kräftig und gezielt lüften – nicht dauerhaft kippen

Richtig lüften im Winter - Querlüften Raum Fenster und Tür offen

Nach dem Kochen oder Duschen sollte die Tür des betroffenen Raums geschlossen bleiben, damit sich Feuchtigkeit und Gerüche nicht in der gesamten Wohnung verteilen. In diesem Fall empfiehlt sich gezieltes Stoßlüften direkt im Bad oder in der Küche.

Querlüften – effektiv, aber situationsabhängig

Querlüften ist die effektivste Lüftungsmethode, da der Luftaustausch besonders schnell erfolgt. Dabei werden gegenüberliegende Fenster geöffnet, sodass ein Luftzug entsteht.

Querlüften richtig einsetzen

  • ideal für allgemeinen Luftaustausch (z. B. morgens)

  • besonders energiesparend durch kurze Lüftdauer

  • nicht unkontrolliert nach Kochen oder Duschen

Richtig lüften im Winter nach Raumtyp

Wohnzimmer & Arbeitszimmer

Diese Räume werden häufig genutzt, oft von mehreren Personen. Pflanzen, Aquarien oder Wäschetrocknung erhöhen die Luftfeuchtigkeit zusätzlich.

  • ideale Luftfeuchtigkeit: 40–60 %

  • 2–4 Stoßlüftungen täglich

  • bei längerer Nutzung alle 2–3 Stunden kurz lüften

Küche & Bad

Hier entsteht die meiste Feuchtigkeit in kürzester Zeit.

  • sofort nach Kochen oder Duschen lüften

  • Fenster vollständig öffnen

  • Türen geschlossen halten

  • Abluftsysteme zusätzlich nutzen

Keller und Souterrain

Keller sind kühl und oft unbeheizt.

  • bevorzugt kurze Stoßlüftung ca. 10 Minuten täglich

  • ideal bei kaltem, trockenem Wetter

  • keine Dauerlüftung

Souterrainräume sollten zusätzlich ausreichend beheizt werden, um kalte Wandflächen zu vermeiden.

Schlafzimmer im Winter richtig lüften

Im Schlaf geben wir durch Atmung und Schwitzen viel Feuchtigkeit ab. Wird der Raum zusätzlich kaum beheizt, steigt das Schimmelrisiko.

Empfehlung:

  • morgens direkt nach dem Aufstehen stoßlüften

  • abends erneut lüften

  • Raumtemperatur ca. 16 °C

  • Heizung nicht komplett ausschalten

Sonderfall Schlafzimmer
Kann tagsüber nicht gelüftet werden, darf das Fenster im kühlen Schlafzimmer ausnahmsweise nachts gekippt bleiben – bei ausgeschalteter Heizung

Dachgeschossräume

Je nach Dämmung ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen:

  • schlecht gedämmt: kürzer, aber regelmäßig lüften

  • gut gedämmt: längere Lüftintervalle, Kondenswasser an Dachfenstern entfernen

Wenig genutzte Räume

Auch Abstellkammern oder Gästezimmer müssen gelüftet werden.

  • regelmäßig lüften

  • nicht komplett auskühlen lassen

  • Möbelabstand zu Außenwänden einhalten

Richtig lüften im Winter - Kochen Dampf Kochtopf
Richtig lüften im Winter - Badezimmer Dusche Dampf
Richtig lüften im Winter - Wäscheständer im Schlafzimmer
Richtig lüften im Winter - Dachfenster geöffnet im Winter

Luftfeuchtigkeit im Blick behalten

Infobox: Richtwerte

  • Wohnräume: 40–60 %

  • Schlafzimmer: 40–50 %

  • dauerhaft über 60 % = Schimmelrisiko

Ein Hygrometer hilft, rechtzeitig zu reagieren. Wäsche sollte möglichst nicht in Wohn- oder Schlafräumen getrocknet werden

Häufige Lüft- und Heizfehler

  • Fenster dauerhaft kippen

  • Heizung beim Lüften aufgedreht lassen

  • Heizkörper verdecken

  • Türen zwischen warmen und kalten Räumen offenlassen

  • Möbel direkt an Außenwände stellen

    Möbel richtig platzieren

    Möbel sollten 5–10 cm Abstand zur Außenwand haben, damit Luft zirkulieren kann und sich keine Feuchtigkeit sammelt

    Fazit – Richtig lüften im Winter lohnt sich

    Richtig lüften im Winter bedeutet kurz, gezielt und regelmäßig – in Kombination mit gleichmäßigem Heizen. Wer Stoß- und Querlüften korrekt einsetzt, die Luftfeuchtigkeit im Blick behält und typische Fehler vermeidet, schützt nicht nur seine Gesundheit und Wohnung, sondern spart langfristig Heizkosten.

    FAQ´S

    FAQ – Häufige Fragen zum richtigen Lüften im Winter

    H3: Wie oft sollte man im Winter richtig lüften?

    Im Winter empfiehlt es sich, 3 bis 5-mal täglich stoßzulüften. Dabei sollten die Fenster jeweils 3 bis 5 Minuten vollständig geöffnet werden. Zusätzliches Lüften ist immer dann sinnvoll, wenn viel Feuchtigkeit entsteht – etwa nach dem Duschen, Kochen oder Schlafen.
    Wer tagsüber zu Hause ist, sollte etwa alle zwei bis drei Stunden kurz lüften, um verbrauchte und feuchte Luft abzuführen.

    Wie lange sollte man im Winter lüften?

    Die Lüftdauer hängt von der Außentemperatur ab. Bei winterlichen Temperaturen reichen in der Regel 3 bis 5 Minuten Stoßlüften völlig aus. Bei sehr mildem Winterwetter kann auch etwas länger gelüftet werden. Wichtig ist: kurz, intensiv und mit weit geöffnetem Fenster, damit ein vollständiger Luftaustausch stattfindet, ohne dass Wände und Möbel auskühlen.

    Ist Lüften im Winter trotz Kälte wirklich sinnvoll?

    Ja, unbedingt. Kalte Außenluft enthält deutlich weniger Feuchtigkeit als warme Raumluft. Beim Lüften wird die feuchte Innenluft gegen trockene Außenluft ausgetauscht. Nach dem Schließen der Fenster erwärmt sich diese Luft wieder und kann erneut Feuchtigkeit aufnehmen. Genau dieser Effekt hilft, Kondenswasser und Schimmel zu vermeiden.

    Was ist besser im Winter – Stoßlüften oder Fenster kippen?

    Stoßlüften ist im Winter klar die bessere Wahl. Gekippte Fenster sorgen nur für einen geringen Luftaustausch, führen aber zu einem hohen Wärmeverlust und kühlen die Wandbereiche rund um das Fenster stark aus. Das erhöht das Schimmelrisiko.
    Stoßlüften hingegen tauscht die Luft schnell aus, während die Raumtemperatur erhalten bleibt.

    Ist Querlüften im Winter sinnvoll?

    Ja, Querlüften ist sogar die effektivste Lüftungsmethode, da der Luftaustausch besonders schnell erfolgt. Dabei werden gegenüberliegende Fenster geöffnet, sodass ein Luftzug entsteht.


    Wichtig ist jedoch die richtige Anwendung:
    Nach dem Kochen oder Duschen sollte die Tür des betroffenen Raumes geschlossen bleiben, damit sich Feuchtigkeit nicht in der gesamten Wohnung verteilt. Für den allgemeinen Luftaustausch, etwa morgens oder tagsüber, ist Querlüften ideal.

    Welche Luftfeuchtigkeit ist im Winter optimal?

    Die ideale relative Luftfeuchtigkeit liegt im Winter bei 40 bis 60 Prozent.

    • Werte über 60 % erhöhen das Schimmelrisiko

    • Werte unter 40 % können zu trockenen Schleimhäuten, gereizten Atemwegen und Schlafproblemen führen

    Ein Hygrometer hilft dabei, die Luftfeuchtigkeit regelmäßig zu kontrollieren und rechtzeitig zu lüften.

    Warum beschlagen meine Fenster im Winter trotz Lüften?

    Beschlagene Fenster entstehen, wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Glasscheiben trifft. Das kann ein Hinweis auf:

    • zu hohe Luftfeuchtigkeit

    • zu seltenes oder falsches Lüften

    • stark abgekühlte Fensterflächen

    Regelmäßiges Stoßlüften und gleichmäßiges Heizen helfen, dieses Problem zu reduzieren.

    Kann man im Winter zu viel lüften?

    Ja, das ist möglich. Zu häufiges oder zu langes Lüften kann Räume stark auskühlen und den Heizenergieverbrauch erhöhen. Wichtig ist daher das richtige Maß: mehrmals täglich kurz lüften, statt dauerhaft oder sehr lange.

    Sollte man im Winter auch nachts lüften?

    Grundsätzlich reicht es aus, morgens und abends zu lüften. Im Schlafzimmer kann jedoch eine Ausnahme sinnvoll sein:
    Wenn tagsüber keine Möglichkeit zum Lüften besteht, darf das Fenster im Winter nachts gekippt bleiben, sofern die Heizung ausgeschaltet ist und der Raum kühl bleibt. So kann die nachts abgegebene Feuchtigkeit entweichen.

    Ist Wäsche trocknen in der Wohnung im Winter problematisch?

    Ja, insbesondere im Winter. Beim Trocknen von Wäsche gelangt viel Feuchtigkeit in die Raumluft. Wird nicht ausreichend gelüftet, steigt das Schimmelrisiko deutlich.
    Wenn möglich, sollte Wäsche in dafür vorgesehenen Räumen oder mit sehr konsequentem Stoßlüften getrocknet werden.

    Ersetzt ein Luftentfeuchter das Lüften im Winter?

    Nein. Ein Luftentfeuchter kann zwar überschüssige Feuchtigkeit reduzieren, ersetzt aber keinen Luftaustausch. Schadstoffe, Gerüche und CO₂ bleiben im Raum. Richtiges Lüften ist daher immer notwendig – ein Entfeuchter kann nur ergänzend eingesetzt werden.

    Warum ist gleichmäßiges Heizen im Winter so wichtig fürs Lüften?

    Kalte Wandflächen können Feuchtigkeit schlechter aufnehmen. Kühlt ein Raum stark aus, schlägt sich Feuchtigkeit schneller an Wänden und Möbeln nieder. Deshalb sollten Räume im Winter gleichmäßig beheizt und nicht vollständig auskühlen gelassen werden. Lüften und Heizen gehören immer zusammen.